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Das Elbe-Elster Klinikum weist erneut auf seine aktuellen Besuchsregelungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hin.

Es sind Besuche von Angehörigen in den Krankenhäusern Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg unter strengen Auflagen möglich. Pro Patient sind zwei Besucher für eine Stunde erlaubt. Die möglichen Zeitfenster eines Besuches sind von 10 bis 11 Uhr, 13 bis 14 Uhr, 14 bis 15 Uhr oder 15 bis 16 Uhr. Der Besuch ist nur nach telefonischer Anmeldung möglich, die mindestens einen Tag vorher auf der entsprechenden Station erfolgen muss.

Alle Besucher müssen sich im Klinikum zuerst an der Rezeption und danach beim Personal auf der jeweiligen Station anmelden. Zu beachten ist auch, dass das Klinikum nur mit einem persönlichen Mund-Nasen-Schutz betreten werden darf. Zudem wird darauf hingewiesen, dass der Besucher frei von Erkältungssymptomen sein muss, da ansonsten kein Besuch möglich ist.

Bilanz für 2019 bestätigt gesunde Basis und ausreichend liquide Mittel

Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2019 bescheinigt der Elbe-Elster Klinikum GmbH mit ihren drei Krankenhaus-Standorten in Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg sowie den Tochtergesellschaften Medizinisches Versorgungszentrum und Klinikservice ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019. Demnach stieg der Umsatz um 2,8 Prozent auf 85,5 Millionen Euro im Vergleich zu 2018 (83,1 Millionen Euro). Das Klinikum erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Überschuss von 544.000 Euro. „Wir haben auch das vergangene Geschäftsjahr zum wiederholten Mal in Folge erfolgreich abgeschlossen. Damit führen wir unseren soliden Weg in sicherem Fahrwasser fort“, resümiert Geschäftsführer Michael Neugebauer.

Investiert wurde im Jahr 2019 mit dem Tarifabschluss und den damit verbundenen Tarifsteigerungen erneut insbesondere in das Personal. Die Personalkosten stiegen um 4,2 Millionen Euro auf 53,6 Millionen Euro. Mit 1.098 Mitarbeitern zählt das Elbe-Elster Klinikum zu den größten Arbeitgebern im Landkreis. Im Vergleich zum Jahr 2018 konnten zusätzlich 41 neue Mitarbeiter, davon 14 Ärzte und 18 Mitarbeiter im Pflegedienst, eingestellt werden. „Unsere Mitarbeiter machen einen fantastischen Job, deshalb ist es nur folgerichtig, dass sie das auch im Portemonnaie merken“, betont Michael Neugebauer. Die Patientenzahl ist mit 40.000 ambulanten und stationären Patienten im vergangenen Jahr nahezu konstant geblieben.

Investitionen in Medizintechnik und Gebäude

Viel Wert wird im Klinikum nicht nur auf die personelle Ausstattung gelegt, sondern auch auf die Medizintechnik. Im Jahr 2019 wurden 5,5 Millionen Euro für investive Maßnahmen wie medizinische Geräte und medizintechnische Einrichtungen sowie Baumaßnahmen ausgegeben. Und auch künftig sind Investitionen für die Standorte des Elbe-Elster Klinikums beabsichtigt. So sind für die nächsten Jahre insbesondere an den Klinikstandorten Herzberg und Finsterwalde weitere Baumaßnahmen geplant.
Die ersten Schritte zum Bau eines neuen MRT in Herzberg im Herzen des Klinikgeländes mit einem Investitionsvolumen von etwa 2,5 Millionen Euro werden demnächst in die Wege geleitet. Und auch in Finsterwalde wird der denkmalgeschützte Klinikteil an der Kirchhainer Straße kontinuierlich weiter restauriert. Ebenfalls befindet sich der Bau eines neuen Gebäudes an Stelle der abgerissenen ehemaligen Gynäkologie in Finsterwalde in Planung.

Das Elbe-Elster Klinikum verfolgt kontinuierlich die Strategie, seinen Patienten wohnortnah fernab der Großstädte eine breite medizinische Versorgung auf hohem fachlichem und modernem Niveau anzubieten. Dazu hat es sich in den vergangenen Jahren in einzelnen Bereichen wie beispielsweise der Endoprothetik, der Endoskopie, der Gefäßmedizin und der interdisziplinären Wundversorgung einen Namen über die Landkreisgrenzen hinaus gemacht.

Umsatzsteigerung auch in MVZ-Praxen und Facharztausbildung

Außerdem unterstützt das Klinikum im Auftrag des Landkreises Elbe-Elster die ambulante Versorgung, wohlwissend, dass diese nicht direkt zum eigentlichen Versorgungsauftrag gehört. Inzwischen betreibt das Klinikum über sein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) 29 Arztpraxen an 15 Standorten. „Es handelt sich dabei größtenteils um viele Einzelarztpraxen, die schon lange erfolglos nach einem Nachfolger gesucht haben“, beschreibt der Geschäftsführer die Situation. Auch bei den MVZ-Praxen blickt Michael Neugebauer auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2019. Der Umsatz stieg im Jahr 2019 auf 5,1 Millionen Euro und damit um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt 224.000 Euro wurden hier investiert. Die Zahl der Beschäftigten in den MVZ-Praxen ist von 77 im Jahr 2018 auf 92 im vorigen Jahr gestiegen.

Dass das Zusammenspiel zwischen Elbe-Elster Klinikum und MVZ-Praxen auch im Hinblick auf die Facharztausbildung Früchte trägt, ist kein Zufall. „Angehende Hausärzte können bei uns im Elbe-Elster Klinikum ihre gesamte Facharztausbildung absolvieren. Wir bieten alle klinischen und hausärztlichen Ausbildungsteile an und sorgen somit auch für den dringend notwendigen Ärztenachwuchs in der Peripherie“, erläutert Klinikum-Geschäftsführer Michael Neugebauer.

Seit dem 1. Juli gibt es in den Krankenhäusern Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg keine ambulanten Corona-Tests mehr. Die entsprechenden Abstrichsstellen des Elbe-Elster Klinikums, die der Bevölkerung bis dahin zusätzlich zur Verfügung standen, wurden geschlossen.

Grund dafür ist, dass die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) mit Wirkung zum 1. Juli 2020 die Vorgehensweise zur ambulanten Testung für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in ihre Verantwortung übernommen. Damit verbunden sind auch die Durchführung der Abstrichentnahmen und Beauftragung der Laboruntersuchungen, die nun ausschließlich den niedergelassenen KV-Vertragsärzten vorbehalten sind.

Davon ausgenommen sind diejenigen Tests, die den Hygieneregelungen bei einer Behandlung in einem der Krankenhäuser des Elbe-Elster Klinikums folgen sowie auch Testungen, die durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst veranlasst werden.

Nora Lang ist nach 14 Jahren in diesem Frühjahr in ihre einstige Heimat Bad Liebenwerda zurückgekehrt und glücklich über ihre Entscheidung. Ihrem Traum von der Fachärztin für Allgemeinmedizin ist sie zum Greifen nah. Nora Lang absolviert derzeit ihre Facharztausbildung am Elbe-Elster Klinikum in Elsterwerda. „Ich bin sehr froh, dass es mit meiner Initiativbewerbung geklappt hat und ich hier vor Ort meine komplette Facharztausbildung durchführen kann“, sagt die angehende Allgemeinmedizinerin. Ihr sei es wichtig gewesen, die Ausbildung in einem kleineren, familiären Krankenhaus durchzuführen. „Anders als in einer großen Uniklinik darf man in den kleineren Häusern schneller selbstständiger und praktischer tätig sein“, erläutert sie ihre Beweggründe für das Elbe-Elster Klinikum.

Nora Lang stammt aus Bad Liebenwerda, ist hier zur Schule gegangen, hat Familie und Freunde in der Kurstadt. Nach dem Abitur zog es sie nach Leipzig, wo sie zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte. „Ich möchte diese Erfahrung als Krankenschwester nicht missen und bin froh, dass ich den Weg so gegangen bin. So habe ich von der Pike auf gelernt, was es heißt, im Medizinbereich tätig zu sein“, beschreibt die 33-Jährige. Inzwischen hat sie ihr Medizinstudium in Leipzig mit dem Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen. Im Frühjahr dieses Jahres begann sie im Krankenhaus Elsterwerda ihre fünfjährige Facharztausbildung zur Allgemeinmedizinerin.

„Ich würde später gern einmal eine eigene Praxis führen“, verrät die junge Frau ihre Pläne. In der Chirurgie in Elsterwerda wird sie bis zum Oktober den Medizinern über die Schultern blicken und selbst an der einen oder anderen Stelle Hand anlegen dürfen. „Anschließend ist geplant, dass ich für drei Jahre zur Inneren Medizin hier im Krankenhaus Elsterwerda wechsle“, so Nora Lang. Als letzte Station der Facharztausbildung sind 18 Monate in einer Hausarztpraxis vorgesehen. Dafür stehen ihr mehrere Ausbildungs-MVZ-Praxen des Elbe-Elster Klinikums zur Verfügung.

Die Arbeitsabläufe in einer Hausarztpraxis hatte sie bereits während einer sogenannten Famulatur, also praktische Zeiten innerhalb des Medizinstudiums, kennengelernt. Diese Station führte sie damals in eine Hausarztpraxis nach Bad Liebenwerda. „Dadurch reifte in mir die Entscheidung, mich für die Fachrichtung Allgemeinmedizin zu entscheiden, bei der ich mehrere Generationen von Jung bis Alt begleiten darf“, beschreibt die zukünftige Allgemeinmedizinerin. 

„Angehende Hausärzte können bei uns im Elbe-Elster Klinikum ihre gesamte Facharztausbildung absolvieren. Möglich ist dies durch das Zusammenspiel von Elbe-Elster Klinikum und seiner MVZ-Praxen im Hinblick auf die klinischen und hausärztlichen Ausbildungsteile. Damit können wir das komplette Weiterbildungsspektrum zum Allgemeinmediziner anbieten“ erläutert Klinikum-Geschäftsführer Michael Neugebauer.

Das Elbe-Elster Klinikum ist intensiv dabei, eine Nachfolge-Lösung für seine MVZ-Hausarztpraxis in Großthiemig zu finden. „Wir bedauern die Kündigung von Frau Metzger sehr und wurden von dieser überrascht“, betont Klinikum-Geschäftsführer Michael Neugebauer. „Seither setzen wir alle Hebel in Bewegung, um schnellstmöglich eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden. Derzeit befinden wir uns in Gesprächen mit möglichen Ärzten und hoffen, bald wieder die ambulante hausärztliche Versorgung in Großthiemig unterstützen zu können“, erklärt der Geschäftsführer.

Im Auftrag des Landkreises Elbe-Elster unterstützt das Elbe-Elster Klinikum die ambulante wohnortnahe Versorgung, wohlwissend, dass diese nicht direkt zum eigentlichen Versorgungsauftrag gehört. Inzwischen betreibt das Klinikum 29 Arztpraxen an 15 Standorten. Diese befinden sich im Landkreis Elbe-Elster in Finsterwalde, Herzberg, Elsterwerda, Falkenberg, Massen, Sallgast und Großthiemig sowie an den Landkreisgrenzen in Oberspreewald-Lausitz (Lauchhammer, Schipkau, Grünewalde) und Teltow-Fläming (Dahme). „Es handelt sich dabei größtenteils um viele Einzelarztpraxen, die schon lange erfolglos nach einem Nachfolger gesucht haben. Diese Arztpraxen wurden von uns größtenteils modernisiert und werden im Rahmen unserer medizinischen Versorgungszentren mit Ärzten im Angestelltenverhältnis besetzt. Leider besteht damit immer das Risiko einer kurzfristigen Kündigung, wie im Falle der Allgemeinarztpraxis in Großthiemig“, erläutert Michael Neugebauer.

Die Pädiatrie im Krankenhaus Herzberg hat seit Anfang April einen neuen Chefarzt. Dr. med. Bernt Martin Weiß hat die Position von Dr. med. Jürgen Schwarick übernommen, der in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist.

Mit Dr. med. Bernt Martin Weiß gelang es dem Klinikum, einen versierten und erfahrenen Facharzt in der Kinder- und Jugendmedizin für sich zu gewinnen. Der 62-Jährige ist in Löbau in der Oberlausitz aufgewachsen und hat an der Universität Leipzig Medizin studiert. Die Facharztausbildung für Kinder- und Jugendmedizin absolvierte er in Meißen und Dresden. Seit 2008 war Dr. Weiß in leitenden Positionen in verschiedenen Kinderkliniken tätig und hatte unter anderem auch Lehraufträge an den Universitäten Jena und Rostock zur Betreuung von Studenten inne. Bevor er nun nach Herzberg wechselte und damit ein Stück wieder näher an die sächsische Heimat heranrückte, war er seit 2012 Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt.

Die medizinischen Schwerpunkte des neuen Chefarztes liegen in der Notfallmedizin und der Hirnstromdiagnostik. Außerdem legt er viel Wert auf die wohnortnahe Betreuung der kleinen Patienten und auf ein erweitertes Angebot zur stationären Diagnostik. „Darüber hinaus ist mir die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kinderärzten und Allgemeinmedizinern besonders wichtig“, betont Chefarzt Dr. Weiß.

In den ersten Wochen seiner Tätigkeit im Elbe-Elster Klinikum ist dem Chefarzt positiv aufgefallen, dass mit den flachen Hierarchien und übersichtlichen Strukturen im Klinikum eine erhöhte Flexibilität sowie ein rasches Lösen fachübergreifender Fragen einhergehen. „Außerdem war ich gleich von den kleinen kompetenten Teams beeindruckt“, blickt der Chefarzt auf seine ersten Arbeitstage zurück. „Mit diesen Voraussetzungen können wir unsere pädiatrischen Patienten und ihre erwachsenen Begleiter individueller betreuen und andererseits auch Assistenzärzte direkt anleiten“, zählt er die Vorteile im Elbe-Elster Klinikum auf. Hinzu kämen noch Synergien, die durch die Aufteilung des Klinikums in drei Standorte genutzt werden können.

In seiner knappen Freizeit freut sich Chefarzt Dr. Weiß bereits auf die Erkundung der Region, die jedoch bisher aufgrund der Corona-Beschränkungen kaum möglich war. Er ist Liebhaber von Kunst, Musik und Literatur und dürfte damit im Elbe-Elster Kreis mit seinem reichhaltigen Kulturangebot voll auf seine Kosten kommen.

Mit Sören Pest gelang es, die seit einiger Zeit vakante Chefarzt-Stelle in der Psychiatrie im Krankenhaus Finsterwalde wieder zu besetzen. Sein Start Anfang April war von den Beschränkungen der Corona-Pandemie geprägt. Im Interview erzählt der 52-Jährige seine Beweggründe vom Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt ins Elbe-Elster Klinikum zu wechseln.

Herr Chefarzt Pest, Ihr Start im Elbe-Elster Klinikum fiel genau in die Hochphase der Corona-Pandemie. Wie haben Sie ihn empfunden?

Chefarzt Pest: Eine psychiatrische Klinik ist auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit externen Partnern angewiesen. Als neuer Chefarzt ist man deshalb natürlich bestrebt, sich möglichst schnell Institutionen, Behörden, Trägern psychosozialer Hilfen, niedergelassenen Ärzten oder auch anderen Kliniken persönlich vorzustellen. Das war aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Ich hoffe, dies bald nachholen zu können.

Wie war der Start innerhalb des Elbe-Elster Klinikums?

Chefarzt Pest: Mir sind besonders die Freundlichkeit und der Vertrauensvorschuss aufgefallen, mit denen ich von den Mitarbeitern in der Klinik empfangen wurde. Mein Eindruck ist, dass alle Mitarbeiter in der Psychiatrie sehr motiviert sind sowie mit Spaß und Engagement ihrer Arbeit nachgehen. Ohne sie wäre diese schwere Arbeit nicht zu schaffen. Psychiatrische Arbeit findet heutzutage in multiprofessionellen Teams statt. Dies bedeutet, dass Pflegekräfte und Spezialtherapeuten neben Ärzten und Psychologen einen ganz wesentlichen Anteil an der Genesung der Patienten haben. Dafür ist es  erforderlich, dass alle Berufsgruppen gut und professionell miteinander kommunizieren können, also die Hierarchien funktionell flach sind.

Sie wechselten im Jahr 2018 nach Eisenhüttenstadt und nun nach Finsterwalde. Verraten Sie uns Ihre Beweggründe?

Chefarzt Pest: In beiden Krankenhäusern bot sich mir die dankbare Chance, mich weiter zu entwickeln. Diese wollte ich nutzen. Als Chefarzt hat man die Möglichkeit, mehr Verantwortung zu übernehmen und einen größeren Gestaltungsspielraum zu haben, um eigene Ideen einzubringen. Hinzu kommen jetzt in Finsterwalde auch äußerliche Gründe, wie die für mich gute Erreichbarkeit der Klinik, denn mit meiner Frau wohne ich im Landkreis Dahme-Spreewald.

Wie sieht ihr bisheriger Werdegang aus? Sie haben lange Zeit in Berlin gelebt.

Chefarzt Pest: Genau, ich komme ursprünglich aus Niedersachsen und habe in Kiel und Berlin Medizin studiert. Anschließend war ich für einige Jahre in der Pathologie an der Charité und habe zusätzlich ein Aufbaustudium Gesundheitswissenschaften/Public Health absolviert. In diesem Bereich war ich dann auch einige Zeit in der Wissenschaft und Forschung an der Technischen Universität Berlin tätig. Später bin ich dann sozusagen „quer“ in das Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie eingestiegen. Meine Facharztausbildung habe ich am Vivantes Klinikum Kaulsdorf in Berlin gemacht. Begleitend dazu absolvierte ich eine grundlegende Ausbildung zum Psychoanalytiker am Institut für Psychotherapie in Berlin. Am Vivantes Klinikum Kaulsdorf war ich dann auch einige Jahre als Facharzt und später als Oberarzt tätig. Als Leitender Oberarzt wechselte ich im Jahr 2018 an das Städtische Krankenhaus Eisenhüttenstadt und bin nun seit April Chefarzt hier in Finsterwalde.

Was sind Ihre fachlichen Schwerpunkte? Worauf möchten Sie im Elbe-Elster Klinikum besonderen Wert legen?

Chefarzt Pest: Meine persönlichen fachlichen Schwerpunkte liegen im Bereich der Allgemein-Psychiatrie. Zum einen interessieren mich die Psychosen und schwere affektive Erkrankungen, also die mit Stimmungswechseln wie Depressionen einhergehen, zum anderen beschäftige ich mich schon lange mit den sogenannten Persönlichkeitsstörungen. Und auch wenn ich mich nicht primär als „Gerontopsychiater“ bezeichnen würde, also als einen Spezialisten, der sich mit seelischen Erkrankungen im höheren Alter beschäftigt, so habe ich früher jedoch länger in diesem Bereich gearbeitet und kann heute diese Erfahrungen in die Versorgung älterer Menschen mit einfließen lassen. Psychische Erkrankungen sind insgesamt recht häufig und kommen vielgestaltig daher. Letztlich scheint es so zu sein, dass kein Mensch vor der Möglichkeit gefeit ist, eine seelische Krise oder eine psychische Erkrankung irgendwann mal zu entwickeln. Menschen suchen sich diese Erkrankungen nicht aus, genauso wenig wie sie sich beispielsweise eine Blinddarmentzündung oder einen Herzinfarkt aussuchen. Auch können sich Menschen nicht einfach entscheiden, diese Erkrankungen nicht mehr zu haben oder können sich nicht „einfach zusammenreißen“.

Wie ist Ihr Behandlungsansatz für psychische Erkrankungen?

Chefarzt Pest: Ich verstehe seelische Probleme und psychische Erkrankungen einerseits vor dem Hintergrund des sogenannten  biopsychosozialen Krankheitsmodells. Als Psychoanalytiker habe ich dabei naturgemäß ein besonderes Interesse an psychotherapeutischen Verfahren, die heutzutage sehr viel leisten können und ohne die die moderne Psychiatrie nicht mehr auskommt. Andererseits ist jede Patientin, jeder Patient ein Individuum mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen, die es zu respektieren und verstehen gilt. Als Vertreter der sogenannten „sprechenden Medizin“ halte ich es für essentiell wichtig, in der psychiatrischen Versorgung medikamentöse oder andere somatische Therapieverfahren und insbesondere psychotherapeutische sowie sozialpsychiatrische Therapieansätze gleichermaßen und gleichberechtigt  anbieten zu können. Oftmals ist es bei schweren Krankheitsverläufen ohnehin erst die Kombination und das Zusammenwirken dieser unterschiedlichen Verfahren, die eine Besserung bewirken können. Hierfür möchte ich mich einsetzen und die bestehenden guten Behandlungsangebote in Finsterwalde weiter ausbauen.

Besserung oder Linderung von psychischen Erkrankungen kann jedoch nur ohne Zwang  in einer angst- und gewaltfreien Atmosphäre und in einer verlässlichen therapeutischen Beziehung wirklich gelingen, in der Patientinnen und Patienten Vertrauen aufbauen, sich öffnen und ihre Probleme mitteilen können. Daher werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, diesen Idealen näher zu kommen.

Eine psychische Erkrankung gilt in der Öffentlichkeit oft noch als Tabuthema. Wie geht es den Betroffenen dabei?

Chefarzt Pest: Betroffene leiden meist sehr unter diesen Erkrankungen, die meist auch lange dauern, manchmal sogar lebenslang, und nicht vorbeigehen wie ein Schnupfen. Auch schämen sich viele Betroffene für ihre Erkrankung, nicht zuletzt auch, weil im Umfeld und allgemein in der Gesellschaft oft noch ein großes Unwissen über die Natur dieser Erkrankungen herrscht und Betroffene häufig auf Unverständnis treffen. Hinzu kommt, dass Betroffene sich meist nicht gut mitteilen können und psychisch Erkrankte, die in der Psychiatrie behandelt werden, oft noch mit Stigmatisierungen zu kämpfen haben. Dies hat sich erst in den letzten Jahren etwas gebessert, wie das Beispiel der Depression zeigt.

Sie zeigten sich sofort von der Psychiatrischen Station in Finsterwalde und der Psychiatrischen Tagesklinik in Elsterwerda begeistert. Warum?

Chefarzt Pest: Mir gefällt besonders gut, dass die psychiatrische Klinik in Finsterwalde einen großen begrünten und bepflanzten Außenbereich und offenen Innenhof hat, den unsere Patientinnen und Patienten nutzen können, was therapeutisch ein Gewinn ist. Ebenso ist die innere Aufteilung der Stationen durch offene Flure und Kommunikationsecken aufgelockert. Die Klinik wirkt dadurch sehr hell, was zum Wohlfühlen beitragen kann. Begeistert war ich außerdem von der Tagesklinik in Elsterwerda, die ich räumlich und baulich gelungen finde. Dort wirkt alles sehr hell, freundlich und großzügig, was gute Grundlagen für therapeutisches Arbeiten schafft.

Eine letzte Frage zum Schluss: Was macht der Chefarzt, wenn er etwas Freizeit hat?

Chefarzt Pest: Ich bin viel mit meiner Frau und unseren Hunden im südöstlichen Brandenburg unterwegs und liebe die Landschaft, die Natur, die Wälder und die Seen. Als junger Mensch zog es mich aus einem eher ländlichen Gebiet in die Großstadt. Inzwischen finde ich Großstädte zu laut, zu hektisch und leider oft zu dreckig. Die Ruhe, Gelassenheit und meist Naturverbundenheit der Landbevölkerung, zu der ich mich auch wieder zähle, ist für mich passender. Außerdem lese ich gern und viel. Wenn dann noch Zeit bleibt, spiele ich ein bisschen Gitarre oder betreibe Radsport.

Aufgrund der neuen aktuellen Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg sind erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie Besuche von Angehörigen auch in den Krankenhäusern wieder möglich. Diese Lockerungen unterliegen strengen Auflagen. Im Elbe-Elster Klinikum wurden die Besuchsregelungen dementsprechend angepasst: Ab sofort ist pro Patient ein Besucher für eine Stunde erlaubt. Die möglichen Zeitfenster eines Besuches sind von 13 bis 14 Uhr, 14 bis 15 Uhr oder 15 bis 16 Uhr. Der Besuch ist nur nach telefonischer Anmeldung möglich, die mindestens einen Tag vorher auf der entsprechenden Station erfolgen muss.

Alle Besucher müssen sich im Klinikum zuerst an der Rezeption und danach beim Personal auf der jeweiligen Station anmelden. Zu beachten ist auch, dass das Klinikum nur mit einem Mund-Nasen-Schutz betreten werden darf und dazu ein eigener Schutz mitzubringen ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass der Besucher frei von Erkältungssymptomen sein muss, da ansonsten kein Besuch möglich ist.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat das Elbe-Elster Klinikum einen sofortigen Besucherstopp für seine drei Krankenhäuser in Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg verhängt.

Dies gilt bis auf Wiederruf und ist eine Vorsichtsmaßnahme zum Infektionsschutz.

Es wird um Verständnis gebeten.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation hat das Elbe-Elster Klinikum die Besuchszeiten auf den Stationen eingeschränkt.

Auf den Normalstationen sind Besuche von 15 bis 16 Uhr erlaubt.

Auf der Isolierstation sind keine Besuche gestattet und im Bereich der Intensivmedizin sind Besuche nach Absprache möglich.

Besucher, die gerade selbst an einer Erkrankung der Atemwege leiden, werden darum gebeten, von Besuchen im Krankenhaus Abstand zu nehmen und auf anderen Wegen Kontakt zu den Angehörigen zu halten (z.B. per Telefon oder E-Mail).

Seit kurzem ist das Krankenhaus Finsterwalde des Elbe-Elster Klinikums zertifiziertes Zentrum für die kontinuierliche Echtzeit-Blutglukosemessung (rtCGM). Das bedeutet, dass im Krankenhaus Finsterwalde die kleinen Sensoren unter die Haut implantiert werden dürfen, die dann permanent den Glukosewert messen. Es handelt sich hierbei um einen minimalen, ambulanten Eingriff, bei dem ein kleiner Mikrochip in der Regel am Oberarm eingesetzt wird. Mit Hilfe dieses Sensors wird der Glukosewert dauerhaft überwacht und schlägt bei Unterzuckerung Alarm.

Die Implantation des Sensors ist lediglich in zertifizierten Zentren erlaubt, diese befinden sich bisher hauptsächlich nur in ambulanten Schwerpunktpraxen. Seit Januar gehört auch das Krankenhaus Finsterwalde dazu. „Damit ersparen wir unseren Patienten weite Wege und ermöglichen die regionale Behandlung in der Heimat“, erläutert Chefarzt Dr. (Univ. Neapel) Frank Müller, der als zertifizierter Diabetologe die Implantation vornehmen darf.

Bei den ersten Diabetes-Patienten wurden in Finsterwalde bereits die kleinen Mikrochips implantiert. „Der große Vorteil gegenüber der klassischen Blutzuckermessung, bei der man lediglich punktuelle Messwerte erhält, ist die kontinuierliche Messung über 24 Stunden an sieben Tagen“, betont der Chefarzt. So entsteht ein Gesamtbild des Glukoseverlaufs, bei dem auch bisher unerkannte Blutzuckerschwankungen ersichtlich werden, die beispielsweise durch Sport oder Ernährung entstehen. So können wichtige Rückschlüsse für die Diabetestherapie getroffen werden und Folgeschäden reduzieren sich. Die sensorbasierte Glukosemessung erleichtert die gesamte Stoffwechselkontrolle und verbessert die Lebensqualität der Betroffenen. Die Messwerte werden in Echtzeit an eine Smartphone App übertragen. So haben Menschen mit Diabetes den aktuellen Glukosewert jederzeit im Blick. Außerdem kann das System durch das Implantat nicht abfallen wie andere externe Geräte.

Alle rtCGM-Systeme besitzen eine Warnfunktion, die bei einer Unterzuckerung Alarm gibt – manche sogar bevor der individuelle Glukosewert den definierten Zielbereich verlässt. „Das gibt Betroffenen mehr Sicherheit im Alltag, sei es für den Erhalt des Arbeitsplatzes oder für Patienten die an Blutzucker-Wahrnehmungsstörungen leiden, deshalb den niedrigen Blutzucker nicht merken und in der Folge einfach umfallen“, beschreibt Schwester Cosette, Fachkraft für Ernährung, Diabetesberatung und Schulung die Bedeutung der kontinuierlichen Messung. Insbesondere für jüngere Menschen sei das System attraktiv, da sich die Messwerte zum Beispiel auch über eine sogenannte Smartwatch kontrollieren ließen.

Für wen ist das rtCGM-System geeignet? „Es ist für alle Patienten mit Diabetes Typ 1, aber auch für andere Diabetestypen geeignet, die eine intensivierte Insulintherapie durchführen“, so der Chefarzt der Inneren Medizin in Finsterwalde. Wer sich für das Messsystem entschieden hat und die Kostenübernahme durch die Krankenkasse vorliegt, kann sich zur Implantation an das Sekretariat der Inneren Abteilung des Krankenhauses Finsterwalde wenden.

Werdende Mütter, Väter und Angehörige können sich wieder am 4. März um 19 Uhr im Krankenhaus Herzberg über eine Entbindung informieren. Dabei steht das Team aus Hebammen, Frauen- und Kinderärzten für individuelle Fragen rund um die Geburt gern zur Verfügung. Es wird erläutert, wie die Geburt so natürlich, aber auch so sicher wie möglich gestaltet werden kann. Die Teilnehmer haben außerdem die Möglichkeit, sich die verschiedenen Kreißsäle in der Geburtshilfe anzusehen. Treffpunkt für alle Interessierten ist der Speiseraum des Krankenhauses Herzberg, Alte Prettiner Straße. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Elbe-Elster Klinikum GmbH bietet werdenden Eltern in regelmäßigen Abständen  Informationsabende zu Schwangerschaft, Geburt und Baby an. Der nächste Infoabend findet am 13. Mai statt. Mehr zu den Angeboten des Klinikums vor, während und nach der Entbindung sind zudem hier auf dieser Homepage zu finden.

Zahlreiche Gäste nutzten am Samstag die Möglichkeit, beim Tag der offenen Tür im Krankenhaus Herzberg einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und mit Ärzten und Pflegekräften ins Gespräch zu kommen. Ein besonderes Highlight war dabei der Bundeswehr-Sanitätshubschrauber vom Fliegerhorst Holzdorf. Stabsfeldwebel Constance Edinger gehört seit mehr als 15 Jahren zur Besatzung des Rettungsfliegers. Sie erläuterte die Zusammenarbeit mit dem Klinikum einerseits sowie die generellen Möglichkeiten des militärischen Such- und Rettungsdienstes andererseits. „Der große Vorteil unserer Maschine ist es, dass wir fliegen, wenn andere Hubschrauber bereits am Boden bleiben müssen“, so Stabsfeldwebel Edinger. Das bedeutet, dass in der Nacht und bei schlechterem Wetter geflogen werden kann. Dem Bundeswehrhubschrauber sind dennoch ebenfalls Grenzen gesetzt und deshalb wurden auch am Samstag die Sturmwarnungen für die Region genauestens im Auge behalten. Darüber hinaus konnten Besucher auch einen Blick in einen Notarzt- und Rettungswagen des Landkreises Elbe-Elster werfen und sich die Ausrüstung erklären lassen. So erfuhren Interessierte beispielsweise, dass viele Ärzte des Klinikums als Notärzte im Landkreis im Einsatz sind.

Schwangerenbauchfotografie und Strahlenschutzkleidung zur Anprobe

Werdende Eltern hatten die Möglichkeit, mit der Schwangerenbauchfotografie eine besondere Erinnerung an den Tag der offenen Tür mit nach Hause zu nehmen. Außerdem konnten sie sich auf der Entbindungsstation im Kreißsaal umsehen und individuelle Fragen stellen. Dies nutzten auch Aileen Richter und ihr Partner Sven Döring aus Oschätzchen, die im Juni ihr erstes Kind erwarten. „Wir sind extra wegen der Kreißsaalbesichtigung und der Schwangerenbauchfotografie heute zum Tag der offenen Tür gekommen“, verrieten die beiden. Nach ein wenig Wartezeit wurden dann auch die ersten Bilder von dem runden Bauch der zukünftigen Mama geschossen.

Vivien Hiltmann aus Jessen interessiert sich für einen medizinischen Beruf und war deshalb ebenfalls extra nach Herzberg gekommen, um Informationen aus erster Hand zu erhalten. So probierte sie auch gleich die gesamte Strahlenschutzkleidung mit Weste, Rock, Schilddrüsenschutz und Brille in der Radiologie an und war beeindruckt, wie schwer diese ist. Mit zehn Kilogramm schlägt die lebenswichtige Schutzkleidung aus Blei zu Buche. Es kamen jedoch nicht nur Gäste zum Tag der offenen Tür, sondern auch ehemalige Mitarbeiter wie der einstige technische Leiter Wolfgang Born. Von 1989 bis 2008 sorgte er für einen reibungslosen technischen Ablauf im Krankenhaus Herzberg und gab einige Anekdoten aus seiner Erinnerung zum Besten.

Vielfältige Angebote für die Kleinsten

Dass ein Tag der offenen Tür in einem Krankenhaus nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder interessant sein kann, bewies das Elbe-Elster Klinikum am Wochenende. So gab es zahlreiche Angebote und viel zu entdecken für die kleinen Besucher. Sie konnten sich beispielsweise beim Gummibärchenfischen am Abdominaltrainer ausprobieren und so entdecken, wie die Schlüsselloch-Technik im Bauch funktioniert. Wie es sich anfühlt, einen Knochen zu zersägen und ihn danach wieder zusammenzuschrauben, durfte ebenfalls ausprobiert werden. Zudem wurde die umfangreiche Medizintechnik aus dem OP präsentiert und zog neugierige Blicke auf sich. Doch damit nicht genug. Interessierte konnten zudem die moderne Intensivtherapie sowie das Endoskopiezentrum Südbrandenburg am Elbe-Elster Klinikum kennen lernen und die Physiotherapie besichtigen.

Kinder, die sich weniger für medizinische Details interessierten, waren bei der Märchenvorstellung von Frau Holle und beim Malen und Basteln richtig. Technikbegeisterte Besucher erhielten schließlich auch einen seltenen Einblick in das Blockheizkraftwerk des Krankenhauses. Verschiedene Vorträge aus der Chirurgie, der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Pädiatrie rundeten das umfangreiche Angebot an diesem Tag ab. Ein nächster Tag der offenen Tür ist im Herbst im Krankenhaus Elsterwerda geplant.

Der Blick hinter die Kulissen eines Krankenhauses ist immer spannend: Nicht nur wegen der Medizintechnik, die dabei entdeckt werden kann, sondern auch wegen des direkten Kontakts zu den Menschen, die dort rund um die Uhr für die Patienten da sind. Am 22. Februar ist es wieder soweit, von 10 bis 15 Uhr öffnen sich die Türen des Krankenhauses Herzberg für Neugierige. An diesem Tag stellen sich nicht nur alle Fachbereiche des Klinikums vor. Zur Besichtigung vor Ort sind auch ein Bundeswehr-Sanitätshubschrauber vom Fliegerhorst Holzdorf sowie ein Rettungswagen des Landkreises Elbe-Elster. Darüber hinaus finden um 11 und 14 Uhr Führungen im Blockheizkraftwerk statt.

Neben den Fachbereichen Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Innere Medizin und Pädiatrie stellen sich auch die Endoskopie und die Radiologie vor. Zudem kann man die moderne Intensivtherapie am Elbe-Elster Klinikum kennen lernen, ein Gefäßscreening durchführen lassen sowie die Physiotherapie besichtigen. In der Personalcafeteria werden die umfangreiche OP-Medizintechnik und entsprechende Operationsmethoden vorgestellt. Dass die Händedesinfektion einen schnellen und unkomplizierten Schutz bietet, erfahren die Besucher schließlich genauso wie allgemeine Informationen rund um das Klinikum.

Werdende Mütter können sich von 11 bis 14 Uhr bei der Schwangerenbauchfotografie ein Andenken an die Zeit der Schwangerschaft mitnehmen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, einen Blick in die modernen Kreißsäle zu werfen. Selbst an die Kleinsten ist mit Bastel- und Malangeboten gedacht, so dass sich die Eltern oder Großeltern in Ruhe umsehen können. Die Cafeteria des Krankenhauses sorgt mit ihren Speisen für die kulinarische Versorgung der Krankenhausgäste.

Im Andachtsraum finden verschiedene Vorträge zu unterschiedlichen Themen statt:

10:30 Uhr Vorstellung der Chirurgie 11:00 Uhr Leistungsspektrum der Operativen Gynäkologie
11:30 Uhr Vorbeugung von Unfällen im Kindesalter
13:30 Uhr Harninkontinenz und Senkungsbeschwerden
14:00 Uhr Vorstellung Unfallchirurgie
14:30 Uhr Geburtshilfliches Management

Das detaillierte Programm ist hier auf der Homepage zu finden.

Im vergangenen Jahr kamen im Elbe-Elster Klinikum in Herzberg 511 Babys zur Welt. Diese Zahl ist nahezu konstant zu 2018. Hatten im Jahr 2018 die Jungs einen leichten Vorsprung vor den Mädchen, so zeigte sich im Jahr 2019 mit 284 Jungen und 229 Mädchen ein deutlicher Unterschied. Die Hebammen begrüßten dabei zwei Zwillingspärchen, was neben den Eltern auch für das erfahrene Team immer wieder etwas Besonderes und Einmaliges ist. „Um den Eltern von Zwillingen eine Möglichkeit des Kennenlernens und zum Erfahrungsaustausch zu geben, ist für Ende Februar wieder ein Zwillingstreffen geplant“, so die leitende Hebamme Veronika Jeschke.

Die geburtenstärksten Monate waren im vergangenen Jahr der Mai und Dezember mit jeweils 55 Kindern. Die restlichen Monate zeigten sich relativ ausgewogen und konstant mit jeweils durchschnittlich 40 Kindern. Das leichteste Kind wog bei seiner Geburt 1300 Gramm, das schwerste dagegen 5300 Gramm. Einen Trend beobachtete Veronika Jeschke in den letzten Jahren: „Die Gewichte der Babys beim ersten Wiegen nehmen zu. So haben wir inzwischen zehn Prozent der Kinder, die über 4000 Gramm wiegen“, so die erfahrene Hebamme. Des Weiteren ist im vergangenen Jahr die Kaiserschnittrate leicht von 21 auf 23 Prozent gestiegen, die Frühgeburten-Rate hingegen blieb konstant niedrig bei 4,5 Prozent.

Dass es inzwischen fast schon normal ist, dass die Väter oder Familienangehörige bei der Entbindung dabei sind, beweisen auch die Zahlen – in 89 Prozent aller Entbindungen wurden die Frauen in den Kreißsaal begleitet. In diesem Zusammenhang fällt auch auf, dass verstärkt der Wunsch nach der familiären Nähe in den ersten Tagen nach der Geburt da ist. Diesem kommt das Klinikum in Herzberg mit der Möglichkeit von Familienzimmern nach, die nach der Entbindung zur Verfügung stehen.

Charlotte und Ben führen Namenshitliste an

Bei der Namenswahl bleiben vor allem kurze Vornamen sehr beliebt. Bei den Jungs führt Ben bereits zum zweiten Mal in Folge die Namenshitliste an. Danach folgen Leo, Leon, Theo, Lennox, Lennard, Emil und Finn als beliebteste Vornamen. Bei den Mädchen ist Charlotte der Favorit, gefolgt von Paula, Lotta, Mia, Mira, Lea, Emilia und Emma. Seltener vergeben wurden bei den Jungs dagegen Namen wie Juri, Fredi, Kalle, Tanic, Egon, Erwin, Arthur, Hans und Knut. Bei den Mädchen zählten Runa, Ava, Holly, Elfina, Jella, Roxy, Inge, Elfriede und Wilma zu den selteneren Vornamen.

Bei der Entbindung ist dem Team in der Geburtshilfe in Herzberg eine individuelle Geburtsgestaltung besonders wichtig. Dazu gehört auch das persönliche Kennenlernen vor der Geburt. Deshalb führt Oberärztin Roswitha Zeidler gemeinsam mit den Hebammen und dem Kinderarzt in regelmäßigen Abständen Informationsabende für werdende Eltern durch. Etwa drei Wochen vor dem Entbindungstermin kann sich zudem die werdende Mutter im Klinikum anmelden. In einem persönlichen Gespräch mit der Oberärztin Zainab Moualla werden Besonderheiten und Wünsche erörtert sowie notwendige Papiere ausgefüllt. Zu den individuellen Möglichkeiten der Entbindung gehören drei modern ausgestattete Kreißsäle, die verschiedene Gebärhaltungen, Wassergeburt sowie viel Bewegungsfreiheit erlauben. Zudem sind Akupunktur, Aromatherapie und Homöopathie anwendbar.

Die Kontaktdaten zur Anmeldung dafür sowie weitere Informationen, zum Beispiel zu Geburtsvorbereitungskursen und die Termine der Informationsabende, sind hier auf dieser Homepage zu finden.

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Bereits um 4.39 Uhr erblickte am Neujahrstag das erste Baby im Jahr 2020 das Licht der Welt im Kreißsaal Herzberg des Elbe-Elster Klinikums. Der kleine Mann wog 3120 Gramm bei einer Körpergröße von 51 Zentimetern. Er hört auf den Namen Crispin und wird zukünftig in Doberlug-Kirchhain zu Hause sein. Das erste Mädchen folgte in den späten Abendstunden um 20.56 Uhr und heißt Jasmeet. Sie brachte beim ersten Maßnehmen 3865 Gramm auf die Waage bei 53 Zentimetern. Ihre Eltern kamen von Dahme nach Herzberg zur Entbindung.

Im zurückliegenden Jahr 2019 erblickten insgesamt 511 Kinder auf der Herzberger Entbindungsstation das Licht der Welt. Diese Zahl sei nahezu konstant zu 2018, wie die leitende Hebamme Veronika Jeschke berichtet.

Im Herzberger Kreißsaal des Elbe-Elster Klinikums durften die Hebammen über die Weihnachtsfeiertage ausschließlich Jungs begrüßen.

Für Vanessa Koch ist nun das Weihnachtswunder perfekt. Ihr Sohn Paul kam am 24. Dezember um 14.55 Uhr auf die Welt. Er wog 3740 Gramm und war 55 Zentimeter groß. „Er war 12 Tage über den Termin, da rechnet man nicht damit, dass es ausgerechnet ein kleines Christkind wird“, war die junge Mutti von dem besonderen Geburtstermin überrascht. „Es war ein langes Warten, deshalb bin ich nun froh, dass er gesund und munter ist“, zeigt sie sich erleichtert. Gemeinsam mit Papa Florian Zocher wird in Holzdorf zukünftig Geburtstag und Weihnachten zusammen gefeiert. „Morgens wird es dann ein Geburtstagsgeschenk geben und abends Bescherung“, plant Vanessa Koch den doppelten Grund zum Feiern in den nächsten Jahren.

Nachdem am 25. Dezember im Herzberger Kreißsaal etwas Ruhe herrschte, erblickten zum Weihnachtsendspurt am zweiten Feiertag noch einmal zwei Babys das Licht der Welt. Den Anfang machte der kleine Tabeo Uwe Boche, der um 13.27 Uhr mit 3870 Gramm und 51 Zentimetern entbunden wurde. Er legte dabei eine Punktlandung hin, denn der errechnete Geburtstermin war auch der 26. Dezember. Für Mutter Sibyl Pinther und Vater Toni Boche aus Finsterwalde kam ihr Weihnachtsbaby deshalb auch nicht überraschend. „Wir haben Heiligabend und den ersten Weihnachtstag noch in Familie gefeiert, bevor dann alles recht schnell ging“, berichtet der stolze Vater. Zu Hause wartet nun sehnsüchtig der große Bruder Silas auf den kleinen Familiennachwuchs.

Auch in Annaburg wird zukünftig Weihnachten und Geburtstag zusammen gefeiert, denn hier ist der kleine Nilo Erwin Misch zu Hause, der am 26. Dezember um 22.11 Uhr das Licht der Welt erblickte. Beim ersten Maßnehmen zeigte die Waage 4300 Gramm bei 53 Zentimetern Länge. Mama Shari Misch ist erleichtert, dass es kein direktes Christkind an Heiligabend geworden ist, denn auch ihr Sohn war mehrere Tage überfällig. Gemeinsam mit dem zweijährigen Bruder Jano und Papa Martin Misch wurde noch Heiligabend gefeiert, bevor es am ersten Weihnachtstag ins Krankenhaus ging.

Werdende Mütter, Väter und Angehörige können sich wieder am 8. Januar um 19 Uhr im Krankenhaus Herzberg über eine Entbindung informieren. Dabei werden Fragen rund um die Geburt erläutert und erklärt, wie diese so natürlich, aber auch so sicher wie möglich gestaltet werden kann. Mit dem Chefarzt der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, deren Hebammen und dem Chefarzt der Kinderabteilung stehen kompetente Partner für Gespräche zur Verfügung. Außerdem erhalten die Teilnehmer einen Einblick in die verschiedenen Kreißsäle des Krankenhauses. Treffpunkt für alle Interessierten ist der Speiseraum des Krankenhauses Herzberg, Alte Prettiner Straße. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Elbe-Elster Klinikum GmbH bietet werdenden Eltern in regelmäßigen Abständen  Informationsabende zu Schwangerschaft, Geburt und Baby an. Der nächste Infoabend findet am 4. März statt. Mehr zu den Angeboten des Klinikums vor, während und nach der Entbindung sind zudem hier auf dieser Homepage zu finden.

Das Elbe-Elster Klinikum geht bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden einen neuen Weg: Es gründete in Finsterwalde eine interdisziplinäre Wundstation, die sich ausschließlich um Patienten kümmert, deren Wunden nicht heilen.

„Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Wunden. Das sind solche Wunden, die innerhalb von acht Wochen nicht abheilen“, erklärt MUDr. Ivor Dropco, Chefarzt der Chirurgie in Finsterwalde, die Hintergründe. „Bisher wurden die Patienten einzelnen Stationen zugeordnet, beispielsweise der Chirurgie oder der Inneren“, erklärt er weiter. „Mit der Wundstation haben wir jetzt den Vorteil, dass eine komplexe, interdisziplinäre Behandlung möglich ist, weil Angiologen, Chirurgen, Anästhesisten, Diabetologen sowie Wundexperten und das Diabetesteam noch enger als bisher auf den einzelnen Stationen zusammenarbeiten und die Visite gemeinsam durchführen“, so der Chefarzt.

Die interdisziplinäre Wundstation ist ein Novum in der Region, wie es sie bisher noch nicht gibt. Möglich ist dies auch durch die speziell ausgebildeten Schwestern als Wundexpertinnen. Hier werden alle Arten von Wunden behandelt. Diese reichen von chronischen Wunden über mechanische und thermische Wunden bis hin zu chemischen Verletzungen und Strahlenschäden. Dabei ist es dem Team um MUDr. Dropco wichtig, nicht nur alleinig die Wunde fachgerecht zu versorgen, sondern auch den Auslöser dafür zu erkennen und zu behandeln.

Zertifizierung als Wundzentrum geplant

Als weiterer Schritt wird die Zertifizierung der Wundstation als zertifiziertes Wundzentrum nach ICW, also der Fachgesellschaft Initiative Chronische Wunden, angestrebt. Dafür müssen bestimmte Qualitätskriterien erfüllt werden, die das Klinikum bereits jetzt schon umsetzt. Die Zertifizierung nach ICW ist in Deutschland das weit verbreitetste und angesehenste Qualitätssiegel für Wundmanagement.

Dass das Elbe-Elster Klinikum als Vorreiter in der Wundversorgung gilt, beweist auch der jährliche Südbrandenburger Wundtag, den das Klinikum immer im Frühjahr veranstaltet. Er findet im kommenden Jahr am 21. März 2020 zum inzwischen 12. Mal statt. Er zieht in jedem Jahr zwischen 250 und 300 Wundexperten sowie Weiterbildungsinteressierte aus ganz Südbrandenburg und weit darüber hinaus an.

Das zweite Gefäßsymposium des Elbe-Elster Klinikums fand kürzlich im Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda statt und widmete sich dem Thema Kontrastmittel. So beleuchteten die Mediziner den Einsatz von Kontrastmitteln im klinischen Alltag aus verschiedenen fachlichen Richtungen und stellten Indikationen sowie Kontraindikationen vor. Dr. Tabea Krönert, Chefärztin der Radiologie im Krankenhaus Herzberg, erläuterte Vor- und Nachteile der verschiedenen Kontrastmittel aus der Sicht des Radiologen. Sie stellte Beispiele aus der Praxis vor und zeigte die Möglichkeiten und Grenzen des klassischen Röntgens im Vergleich zu Kontrastmitteln auf. Im medizinischen Alltag, insbesondere in der Gefäßmedizin, sei der Einsatz von Kontrastmitteln unentbehrlich, denn die Aussagefähigkeit werde wesentlich erweitert, so Dr. Krönert.

Welche Neben- und Wechselwirkungen Kontrastmittel auf die Niere haben und was dabei zu beachten ist, stellte Nierenspezialist Dr. Wolfgang Weiß vom Dialyse- und Nierenzentrum DaVita Elsterland in Herzberg in seinem Vortrag vor. Er betonte, dass nach der derzeitigen Studienlage die aktuellen Kontrastmittel nicht zu der bisher gefürchteten Niereninsuffizienz, also einem Nierenversagen, mit anschließend notwendiger Dialysepflicht führt. „Dies ist eine Komplikation aus den Anfangsjahren der Kontrastmittelnutzung, in denen die Dosierung im Vergleich zu heute vielfach höher war“, so der Mediziner. „Außerdem waren die Kontrastmittel selbst chemisch suboptimal in Bezug auf den Abbau im Körper“, sagte Dr. Weiß weiter. Hinzu käme, dass in früheren Studien zur Kontrastmittelverträglichkeit regelmäßig außer Acht gelassen wurde, dass Patienten mehrere Krankheiten gleichzeitig haben können, die selbst die Gefahr einer Niereninsuffizienz und Dialysepflicht bilden. In Bezug auf die Metformin-Einnahme, ein wichtiges Medikament bei Typ-2-Diabetes, und der Kontrastmittelgabe verwies er darauf, dass Metformin aktuell bis zu einer bestimmten Grenze verabreicht werden darf und Kontrastmittel keine Kontraindikation darstellt.

Dr. Frank Müller, Chefarzt für Innere Medizin im Krankenhaus Finsterwalde, knüpfte in seinem Vortrag daran an und verwies auf den Abbau des Medikaments im Körper. Er erläuterte, dass die letzte Tabletteneinnahme am Abend vor einer geplanten Untersuchung mit Kontrastmittel nicht zu einer fortschreitenden Niereninsuffizienz führe. Wichtig sei jedoch, dass nach der Untersuchung die Metformin-Einnahme noch mindestens einen Tag ausgesetzt werde. Außerdem sprach er über die Wechselwirkung des Kontrastmittels mit der Schilddrüse und der Niere im Hinblick auf eine Metformin-Einnahme. „In Bezug auf die Schilddrüse ist es besonders wichtig, im Vorfeld bestimmte Werte zu überprüfen, da die Gefahr einer jodinduzierten krankhaften Überfunktion der Schilddrüse gerade in einem Jodmangelgebiet wie es Deutschland und der Elbe- Elster Kreis sind, nicht unterschätzt werden darf“, so der Chefarzt.

Ob Kohlendioxid eine Alternative zum jodhaltigen Kontrastmittel in der Gefäßdarstellung ist, beantwortete Ewa Swiecka, leitende Oberärztin für Gefäßchirurgie im Krankenhaus Herzberg. Es ist nämlich dann eine echte Alternative, wenn Patienten eine Kontrastmittelunverträglichkeit, eingeschränkte Nierenfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion haben. In der Regel wird diese moderne Alternative nur in großen Häusern in Berlin und Dresden angeboten. Hier kommt das Elbe-Elster Klinikum seinem Anspruch nach, auch im ländlichen Raum Medizin auf universitärem Niveau anzubieten.

Die Abendveranstaltung wurde von Privatdozent Dr. Roland Zippel moderiert, der abschließend noch Highlights aus der Gefäßmedizin in Herzberg vorstellte und damit auf das umfangreiche Leistungsspektrum hinwies, welches sich an den Kliniken der Schwerpunkt- und Maximalversorgung orientiert.

Es ist ein Abschied, der nach 45 Berufsjahren alles andere als leicht fällt. Ab dem 1. Januar 2020 wird Hebamme Gabriele Klimen in den wohlverdienten Ruhestand treten und den jüngeren Kolleginnen im Krankenhaus Herzberg das Revier überlassen. „Ich liebe meinen Beruf, aber ich freue mich nun auch auf die Rente“, sagt sie sichtlich gelöst.

In all den Jahren ist für Gabriele Klimen der Beruf vom ersten Tag bis heute Herzenswunsch und Berufung. „Eine Entbindung ist etwas Schönes. Nicht nur die Mütter werden belohnt, sondern auch wir Hebammen“, erzählt die erfahrene Hebamme. In den 45 Jahren hat sie rund 3500 Kindern geholfen, das Licht der Welt zu erblicken, darunter waren sieben Zwillingsgeburten. 3300 Kinder wurden spontan unter der Leitung von Hebamme Gabriele Klimen entbunden, das heißt, es handelte sich hierbei um normale Entbindungen. Der Rest erfolgte per Kaiserschnitt oder mit Hilfe einer Saugglocke. Zur Statistik gehören aber auch 3000 Nachtschichten, jedes zweite Wochenende arbeiten und in 45 Jahren entweder Weihnachten oder Silvester arbeiten sowie Ostern oder Pfingsten. „Man muss viel entbehren und sich selbst zurück nehmen können im Beruf. Das klappt nur, wenn man ihn aus Leidenschaft ausübt und mit der Unterstützung der Familie“, betont Hebamme Gabriele. „Ohne die Unterstützung meines Mannes wäre das alles so nicht möglich gewesen“, erzählt die zweifache Mutter sehr emotional.

Berufswunsch stand mit 15 Jahren fest

Die Fürsorgepflicht wurde Gabriele Klimen sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Mit der Mutter als Krankenschwester gehörte das Krankenhaus Herzberg ab ihrem 14. Lebensjahr fast zu ihrem zweiten Zuhause. Bereits mit 15 Jahren stand für Gabriele Klimen fest, dass sie einmal Hebamme werden möchte. Ein Jahr später begann sie ihre Ausbildung als Krankenschwester in Herzberg und schloss daran die Hebammenausbildung an. Diese bedeutete zu DDR-Zeiten, dass man ein Jahr im Heimatkrankenhaus in Herzberg im Kreißsaal tätig war und ein Jahr in der Universitätsfrauenklinik in Leipzig arbeitete. Mit dem Fachabschluss in der Tasche stand für Gabriele Klimen fest, dass sie wissen möchte, wovon sie redet in ihrem Beruf. Deshalb war schnell nach der Ausbildung das erste Kind unterwegs. Auf den Tag an ihrem 22. Geburtstag wurde ihre Tochter spontan entbunden. Sechs Jahre später folgte ihr Sohn. Inzwischen gehören bereits vier Enkelkinder zur Familie. Besonders stolz ist Oma Gabriele darauf, dass zwei der vier Enkelkinder von ihr in Herzberg entbunden wurden. „Die Kinder kamen extra aus Frankfurt und Berlin nach Herzberg, damit ich ihnen bei der Entbindung zur Seite stehe“, ist sie auch heute noch glücklich über diese besondere Erfahrung. Es scheint übrigens in den Genen der Familie zu liegen, dass die Kinder am Geburtstag der Mütter geboren werden. So war es nicht nur bei Gabriele Klimen und ihrer Tochter, sondern auch bei ihrer Schwiegertochter und deren zweiter Tochter.

„Männer im Kreißsaal sind ein Segen“

Mit der politischen Wende kam auch für den Hebammenberuf ein entscheidender Umbruch. Gabriele Klimen war jetzt nicht mehr nur angestellte Hebamme im Krankenhaus Herzberg, sondern auch mehr und mehr auf der Landstraße unterwegs. Sie war zusätzlich freiberuflich in der Nachsorge tätig, betreute also die jungen Mütter in der ersten Zeit zu Hause, und gab Geburtsvorbereitungskurse. Außerdem absolvierte sie zusätzlich eine Ausbildung zur Stillberaterin. In den Jahren nach der Wende bis heute nimmt die Mehrbelastung durch die notwendigen Schreibarbeiten einen immer größeren Raum ein. Als Novum kommt jetzt auch hinzu, dass immer mehr Männer bei den Entbindungen dabei sind. „Männer sind für die Frauen ein Segen, denn sie haben eine Kontaktperson, die ständig anwesend ist“, berichtet die Hebamme aus der Praxis. Dass es für den einen oder anderen kein leichtes Unterfangen ist, weiß sie: „Es ist anerkennenswert, dass die Männer bereit sind, diesen Schritt gemeinsam zu gehen.“

Inzwischen blickt Gabriele Klimen auf zwei Generationen, die sie als Hebamme unterstützt hat: „Wenn die Kinder von den Muttis, denen ich bereits den ersten sanften Klaps auf den Po gegeben habe, das Licht der Welt erblicken, ist das ein unbeschreiblicher Moment.“ Ob Gabriele Klimen an ihrem letzten Arbeitstag, die Nachtschicht vom 22. zum 23. Dezember, ein Vorweihnachtsbaby wird begrüßen dürfen, bleibt bis dahin spannend und natürlich nicht vorhersehbar.

Liebe für Blumen und Camping

Bereits jetzt genießt sie ihren Abschied auf Raten, denn Gabriele Klimen hat sich in den letzten Monaten langsam zurückgezogen. Mit verkürzten Stunden und ohne Nachsorgetermine wird es in diesem Jahr erstmals wieder selbst gebastelte Weihnachtsgeschenke für die Familie geben. Mehr darf natürlich noch nicht verraten werden. Außerdem freut sie sich riesig auf die gemeinsame Zeit mit ihrem Mann in ihrem Haus in Herzberg. Die Liebhaberin von Blumen kann es kaum erwarten, sich intensiv um ihren Garten kümmern zu können und wieder öfter auf dem Campingplatz am Kiebitzsee zu sein, wo sie einen Dauercampingplatz haben.

Im Rahmen des von 2016 bis 2018 vom Land geförderten Verbundvorhabens zum Aufbau eines Brandenburgischen Gesundheitscampus „Konsequenzen der altersassoziierten Zell- und Organfunktion“ trafen Professor Dr. Roland Reinehr, Ärztlicher Direktor des Elbe-Elster Klinikums und Chefarzt der Inneren Abteilung am Herzberger Krankenhaus, sowie Professor Dr. Jan-Heiner Küpper, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Biotechnologie und Leiter der Molekularen Zellbiologie an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, erstmalig zusammen.

Schnell waren sich die beiden Leberforscher einig, einen gemeinsamen Forschungsantrag auf den Weg zu bringen, der die Expertise der beiden Wissenschaftler verknüpft. Nach erfolgreicher Begutachtung des Projektes und entsprechender Förderung sind nun auch die an der BTU Senftenberg durchgeführten Experimente von Erfolg gekrönt: Die Ergebnisse des Teams um die beiden Professoren wurden aktuell von der internationalen Fachzeitschrift „Clinical Hemorheology and Microcirculation“ zur Publikation angenommen. So konnten die beiden Forscher zeigen, dass sowohl das Zellwachstum als auch die Wirkung von Chemotherapeutika in verschiedenen Dickdarmkrebszelllinien vom Hydratationszustand, also dem Wassergehalt der Zellen, abhängen. Vor dem Hintergrund, dass Krebsleiden im höheren Alter deutlich zunehmen und ältere Menschen bei mangelnder Flüssigkeitszufuhr oft unter einer Dehydratation, also einem reduzierten Wassergehalt der Körperzellen, leiden, sind die Ergebnisse der beiden Forscher auch für die tägliche klinische Arbeit von Bedeutung. „Es wird nicht unsere letzte wissenschaftliche Kooperation gewesen sein“, sind sich die beiden Professoren einig.

Die nächsten und letzten Kurse in diesem Jahr zur Pflege in der Familie des Elbe-Elster Klinikums finden Ende November und Anfang Dezember in den Krankenhäusern in Elsterwerda und Herzberg statt. Der Kurs in Elsterwerda ist am 30. November und 1. Dezember und dauert am Samstag sechs, am Sonntag drei Stunden. Der Pflegekurs im Krankenhaus Herzberg findet am 3., 10. und 17. Dezember statt. Er beginnt jeweils um 17 Uhr und dauert drei Stunden.

Die kostenfreien Pflegekurse setzen sich jeweils aus den genannten Terminen zusammensetzen, deshalb können nicht nur einzelne Tage belegt werden. Eine Teilnahme ist unabhängig von der Kassenzugehörigkeit oder einer Pflegeeinstufung. Das Elbe-Elster Klinikum bittet um vorherige Anmeldung an den Rezeptionen der Krankenhäuser in Elsterwerda unter der Telefonnummer 03533 603-0 und in Herzberg unter 03535 491-0, da die Kurse nur stattfinden, wenn ausreichend Teilnehmer gemeldet sind.

Die Pflegekurse des Elbe-Elster Klinikums richten sich an alle, die bereits von einer Pflegesituation betroffen sind oder wo diese zu erwarten ist. Interessierte können auch präventiv an den Kursen teilnehmen. Pflegebedürftigkeit stellt die Betroffenen ebenso wie deren Familien vor große Herausforderungen. Unterstützung im Alltag muss organisiert werden und die pflegenden Angehörigen haben in vielen Fällen kein anwendungsbereites Pflegewissen.

Das Elbe-Elster Klinikum veranstaltete auch in diesem Jahr wieder anlässlich des Weltdiabetestages einen Informationstag rund um das Thema Diabetes. Viele interessierte Besucher erfuhren im Krankenhaus Finsterwalde in verschiedenen Vorträgen sowie an Infoständen weitere Details zur Krankheit und deren Umgang damit. Das diesjährige Motto lautete „Diabetesversorgung im Alter“. Passend dazu erläuterte Chefarzt Frank Müller in seinem Vortrag, worauf Diabetiker im Alter und im Alltag achten sollten. Da ging es beispielsweise um Bewegung und Sturzprävention, aber auch um die richtige Ernährung, die dem Kalorienbedarf angepasst sein sollte.

Die Sicht eines Betroffenen und den Kampf gegen Diabetes stellte eindrucksvoll Oberarzt Dr. Andreas Barth dar. Er ist selbst seit 14 Jahren an Diabetes-Typ 2 erkrankt. Er schilderte den Besuchern, wie er es geschafft hat, mit Hilfe der richtigen Ernährung, vorzugsweise mit Hafer, seine Insulinmenge um ein Drittel zu senken. „Solch eine Ernährungsumstellung sollten Sie jedoch nicht ohne therapeutische Unterstützung wie etwa dem Hausarzt, einem Diabetologen oder einem Diabetesberater vornehmen“, so seine mahnenden Worte. Die Ruhe im Raum und anerkennende Blicke nach seinem Vortrag und Einblick in sein Leben sprachen Bände der Begeisterung bei den Zuhörern. Unter ihnen waren auch Veronika und Werner Bruntsch aus Gorden, die sich beim Diabetestag umfangreich zur Weiterentwicklung im Hinblick auf Medikamente und ihre Nebenwirkungen informierten.

In einem weiteren Vortrag schilderte Diabetesberaterin Cosette Weggen, worauf es in der Diabetes- und Ernährungsberatung im Alter ankommt. Neben den Vorträgen konnten sich die Besucher an Infoständen zu verschiedenen Themen beraten lassen. Außerdem wurden auch Blutzucker- und Blutdruckmessungen sowie Fußuntersuchungen angeboten. Ihren Blutfluss in den Füßen ließ beispielsweise Karin Lerke aus Großräschen von Schwester Daniela Schmidt messen. Die zertifizierte Wundschwester im Krankenhaus Finsterwalde war an diesem Tag ein gefragter Gesprächspartner. Und auch Heidemarie Wolf nutze die Gelegenheit, um sich beraten zu lassen. Beide Frauen gehören einer Diabetes-Selbsthilfegruppe in Großräschen an, die sich gemeinsam auf den Weg zum Diabetestag nach Finsterwalde machten.

Diabetes mellitus ist eine chronische Krankheit, die eine hohe Mitarbeit des Patienten bei der täglichen Therapieführung erfordert. Regelmäßige Mahlzeiten und Blutzuckermessungen sowie die Auswahl der angepassten Insulindosierung gehören zum Alltag. Wer älter wird, muss sich mit Einschränkungen abfinden, die irgendwann einmal die eigenständige Therapieführung so weit beeinträchtigen, dass man „die Anderen“ machen lassen muss.

Am Mittwoch, 20. November findet um 18 Uhr im Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda die nächste Abendklinik des Elbe-Elster Klinikums statt. Der Chefarzt der Chirurgie im Krankenhaus Elsterwerda, Frank Hoffmann, wird zur Hüftendoprothetik referieren. In seinem Vortrag geht es um Möglichkeiten und Grenzen eines künstlichen Hüftgelenks.

Bei den Abendkliniken haben interessierte Bürger die Möglichkeit, Details zu individuellen Behandlungsmethoden zu erfahren und Fragen zu stellen. Die Veranstaltungsreihe Abendklinik des Elbe-Elster Klinikums findet in regelmäßigen Abständen an verschiedenen Orten im Landkreis Elbe-Elster statt. Ziel ist es, medizinische Themen einfach und verständlich interessierten Bürgern zu erläutern und miteinander ins Gespräch zu kommen.

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